Quix in Edesheim – Teil 4

Ok, 51 Verträge fehlen wohl noch… Hat sich eigentlich irgendjemand mal den Vertrag von Quix durchgelesen? Irgendwie klingt das alles sehr schwammig… Prinzipiell werden jede Art von Kosten und Vertragsstrafen komplett auf den Endkunden umgelegt, Inexio/Quix ist weitestgehend unbelastet.

Wenn ich das Schreiben unseres verehrten Herrn Bürgermeisters richtig deute, dann hat sich die Gemeinde wohl jetzt (nur ein paar Monate nach den eigentlichen Ankündigungen) dazu entschlossen Inexio bzw. Quix als offiziellen Anbieter für Breitbandinternet zu unterstützen. Irgendwie bleibt hierbei doch ein leicht fader Beigeschmack, denn was genau passiert, wenn doch irgendwann die Telekom neue Leitungen verlegen möchte oder gar ein Kabelnetzbetreiber Edesheim erschließen möchte? Macht man dann nochmal das ganze Tohuwabohu, oder wird dann einfach eine eventuelle Anfrage abgetan mit “ne, hamm wir schon, brauchen wir nicht nochmal”…?

Immerhin ist es ähnlich bescheidenen Entscheidungen zu verdanken, dass große Teile von Edesheim nicht durch Kabelnetze erschlossen sind, weil die damalige Ortsführung es nicht für nötig empfand, bzw. einfach keinen Grund sah, den Ort komplett ans Kabelnetz anzuschließen! Damit wäre diese ganze Inexiogeschichte eigentlich hinfällig, denn über Digitalkabelnetze sind ähnliche Geschwindigkeiten schon lange möglich und das zu einem niedrigeren Preis mit erheblichem Mehrwert wie Fernsehen!

Wir verlieren die Möglichkeit, dass Konkurrenzanbieter zu evtl. günstigeren Konditionen ihre Dienste anbieten können, denn die Leitungen gehören Inexio und dieses Unternehmen ist im Gegensatz zur Telekom nicht verpflichtet, ihre Leitungen der Konkurrenz zur Verfügung zu stellen. Was also erstmal wie eine tolle Sache aussieht, auch ich hätte gerne 100MBit, bedeutet eine alternativlose Bindung an genau einen Anbieter. Eigentlich ein Rückschritt in Zeiten als die Telekom Alleinanbieter war.

Generell bin ich der Meinung, dass essentielle Dinge und Leistungen wie Wasser, Müll, Strom und Personenverkehr nicht in die Hände von Privatunternehmen gehören. Was früher von CDU und auch der FDP (das war mal eine Partei im Deutschland :mrgreen:) als großartige Errungenschaft gefeiert wurde, die Liberalisierung der Märkte, führt dazu, dass in den Bereichen der Grundversorgung Gewinn orientiert gearbeitet wird. Das kostet Arbeitsplätze und auf längere Sicht sind alle Preise gestiegen statt zu fallen oder zu stagnieren. Wir werden dies mit quix auch erleben. Ich bin fest davon überzeugt, dass uns das saarländische Unternehmen nichts schenken wird. Die Preise werden steigen und die Gemeinde wird keinen weiteren Anbieter die Straßen erneut aufreißen lassen…

Nochmal: Mir widerstrebt es einfach, irgendeine Sache verbindlich zu ordern, die dann in ca. 2 Jahren geliefert wird (1,5 Jahre bis Baubeginn, x Monate bis zu den Hausanschlüssen). Zustände wie beim Trabikauf…

Da ich mir aus o.g. Gründen jedoch gut Vorstellen kann, dass es keine Alternative geben wird, behalte ich mir offen, evtentuell später als Quix-Kunde hinzuzustoßen… Oder wir bekommen endlich ein besseres Mobilnetz, auch das wäre eine Alternative!